9.Dezember ...

Langsamer ist besser

In dem aktuellen BANI-Zeitalter, welches durch Komplexität und darüber hinaus nicht Linearität geprägt ist, funktionieren alt bewährte Vorgehensweisen und Best Practice-Modelle nicht mehr. Warum?

 

Trauen Sie sich in den aktuellen Zeiten eine valide Vorhersage zu treffen, wo wir in 6 Monaten stehen? Die meisten von Ihnen werden vermutlich angesichts der Erfahrungen der letzten 1,5- 2 Jahre diese Frage mit einem „nein“ beantworten.

Das Nutzen von alt Bewährtem, ist aber genau das, was wir im schnellen Denken machen. Aufgrund der intuitiven Wahrnehmung, auf der schnelles Denken fußt, reichen uns für die Entscheidungsfindung Teil-Informationen, um dann auf Best Practice Methoden zurückzugreifen. Aber in einer höchst komplexen und nicht linearen Welt funktioniert Best Practice nicht, da es nur die Antwort auf komplizierte Sachverhalte, nicht aber auf in sich widersprüchliche oder gar unverständliche Gegebenheiten ist.

Der Weg raus ist also ein sorgsames Abwägen und sich selbst ein Stück zurückzuhalten und nicht vorschnell voranzupreschen. Da dies eher automatisch abläuft, ist der erste Schritt, sich zunächst dieser Funktionsweisen bewusst zu sein.

 

Als zweites bedarf es einer entsprechenden Haltung des „nicht Wissens“ und diese Haltung als das neue „professionell“ zu begreifen. Damit ist nicht gemeint sich aus der Verantwortung zu stibitzen, sondern ganz im Gegenteil voll und ganz in die Eigenmacht und Verantwortung zu gehen. Das Ziel ist eine fundierte und abgewogene Entscheidung, in einer sich schnell verändernden Welt zu treffen. Aber warum nicht schnell Entscheidungen treffen, wenn sich doch alles schnell verändert? Weil wir dann Gefahr laufen schnell und mit Temo 180 genau in die falsche Richtung zu fahren.

Hilfreicher ist es eher, wie ein Detektiv, der einen Kriminalfall klärt, alle Informationen zu berücksichtigen. Dabei kann es metaphorisch gesprochen ständig einen neuen Verdächtigen aufgrund neuer Informationen geben.

 

Es gilt also der Grundsatz: Langsam, achtsam, durchdacht mit einer nichtwissenden Grundhaltung, die dennoch neugierig, offen und eigenmächtig ist, die nötigen Entscheidungen zu treffen. Und dabei die Bereitschaft zu haben, diese Entscheidung bei einer neuen Ausgangslage zu verwerfen und dann nach einer neuen Lösung zu suchen.

 

Erfolgreich bleibt also, wer sich ständigen Veränderungen, Möglichkeiten und Herausforderungen mit Leichtigkeit anpasst und dabei durchdacht und Schritt für Schritt vorangeht.


Bei der Entscheidungsfindung helfen die folgenden drei Selbstreflexionsfragen/Haltungen:

1.    Ich weiß es auch noch nicht
2.    Weiß ich genug um eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen?
3.    Es kann sein, dass ich mich irre